So entjungferst du einen anderen Menschen, ohne dich wie ein Arschloch zu verhalten

Jede sexuelle Situation ist einzigartig. Diese 11 Tipps solltet ihr trotzdem befolgen.

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Okt. 19 2018, 8:07am

Foto: Pixabay | Pexels | CC0

Ein kluger Mann (Spider Mans Onkel) sagte einst, dass mit viel Macht viel Verantwortung einhergeht. Dieser Spruch trifft besonders auf sexuelle Abenteuer zu – und da vor allem auf Situationen, in denen ihr einen anderen Menschen entjungfert. Das erste Mal brennt sich für immer ins Gedächtnis ein und prägt die sexuellen Perspektive nachhaltig. Deswegen ist es unglaublich wichtig, dass ihr als erfahrenere Person eure Aufgabe ernst nehmt. Aber was genau beinhaltet das alles?

Wenn ihr sichergehen wollt, eure unerfahrenen Partner mit so viel Respekt und Reife wie möglich gegenüberzutreten, dann nehmt euch diese Liste zu Herzen. Für das erste Mal gibt es nämlich keine zweite Chance.

Der richtige Zeitpunkt

Einer der wichtigsten Punkte beim Sex mit unerfahrenen Menschen? Ihnen die Zeit geben, die sie brauchen. Wenn ihr jemanden zu etwas bringen wollt, wofür sie oder er noch nicht bereit ist, macht es der anderen Person ganz bestimmt keinen Spaß – und kann im schlimmsten Fall sogar zu ernsthaften Traumata. Natürlich könnt ihr eure sexuellen Wünsche ganz normal kommunizieren, aber Geschlechtsverkehr ist und bleibt eine Sache, bei der zwei Menschen das Sagen haben. Alles, was nicht klare, freudige Zustimmung ist, reicht nicht.

Und selbst wenn ihr von eurer Partnerin oder eurem Partner zwei Daumen nach oben und ein Lächeln bekommen habt, müsst ihr ihnen immer die Chance lassen, diese Entscheidung zurückzunehmen. Auch während des Sex. Jeder Mensch hat das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen. Seid zudem nicht eingeschnappt, falls genau das passiert. Wären die Rollen vertauscht, würdet ihr ja auch wollen, dass man euch einfühlsam und respektvoll behandelt.

Safer Sex ist heiß

Auch dieses Thema ist immens wichtig. Verhütungsmittel sorgen dafür, dass das Risiko von ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten so gering wie möglich gehalten wird. Als sexuell erfahrene Menschen solltet ihr die gängigen Vertreter wie Kondome oder Lecktücher nicht nur mitbringen, sondern auch mit Freude einsetzen. Es ist ein absolutes No-Go, eure unerfahrenen Partner dazu zu drängen, auf Verhütungsmittel zu verzichten, weil sich das angeblich besser anfühlt. Weißt du, was sich nämlich noch besser anfühlt? Nicht zum nächsten Arzt rennen und sich über die Pille danach oder eine Abtreibung informieren zu müssen. Ach, wenn du schon dabei bist: Gleitgel kann nie schaden.

Alkohol hilft nicht

Eine Erfahrung wird mit Sicherheit nicht erinnerungswürdig, wenn man sich nicht daran erinnern kann – oder wenn sich die Zweisamkeit schrecklich anfühlt, weil man wegen des Alkoholpegels weiter gegangen ist, als man eigentlich wollte. Das soll jetzt nicht heißen, dass ihr beim ersten Sex stocknüchtern sein müsst. Nach einem durchzechten Kneipenabend sollte das Ganze allerdings auch nicht stattfinden.


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Lasst jegliche dumme Sprüche stecken

Beim ersten Sex (und auch sonst) sollte die Atmosphäre so positiv sein wie nur möglich. Was genau das bedeutet? Keine abfälligen oder passiv-aggressiven Kommentare über Unerfahrenheit, über Körper, über Poster an der Wand, über gar nichts. Die unerfahrene Person hat beim ersten Mal schon genug andere Sorgen. Wie sie aussieht, zum Beispiel, oder wie sie sich gerade im Bett macht. Also dimmt das Licht, lasst sie ruhig auch einige Kleidungsstücke anbehalten, ermutigt sie, beschwichtigt sie und zeigt ihr oder ihm immer wieder, wie sehr ihr euch über die gemeinsame Erfahrung freut.

Reden, reden, reden

Eine sexuelle Erfahrung ist für jeden Menschen etwas Anderes. Nehmt nicht einfach an, dass die unerfahrene Person noch nie sexuell aktiv war. Genauso wenig könnt ihr einfach so davon ausgehen, dass sie offen für alles ist. Redet deswegen vor dem Sex (und auch währenddessen und danach) ganz offen und ehrlich über eure Erwartungen und Ängste.

Der Schlüssel liegt im Vertrauen

Wenn ihr eurer unerfahrenen Partnerin oder eurem unerfahrenen Partner die Zügel überlasst, spielen Angst und Unsicherheit keine so große Rolle mehr. Sie oder er will, dass ihr langsamer macht oder ganz aufhört? Kein Problem. Macht ihr oder ihm klar, dass sie oder er jederzeit sagen kann, wenn sich etwas komisch oder unangenehm anfühlt. Außerdem muss ihnen bewusst sein, dass ihr nichts tut, womit nicht alle einverstanden sind.

Achtet auf körperliche Signale

Die andere Person zeigt Anzeichen von Unbehagen, Anspannung oder Abwesenheit? Dann legt sofort eine Pause ein. Achtet sowieso mehr auf sie oder ihn als auf euer eigenes Vergnügen. Das heißt jetzt nicht, dass ihr nach jedem Stöhnen nachfragen müsst, ob alles OK ist. Das wäre übertrieben und nervig. Deutliche Signale wie Reglosigkeit, unregelmäßige Atmung, Winden oder Weinen dürft ihr aber auf keinen Fall einfach ignorieren.

Die goldene Mitte

Ihr habt Erfahrung, also könnt ihr in gewissen Situationen ruhig die Führung übernehmen oder etwas erklären. Ein Beispiel: Eure Partnerin oder euer Partner wollen euch verwöhnen, weiß aber nicht so recht, wie sie das anstellen soll. Zeigt es ihr. Lasst eurem unerfahrenen Gegenüber dabei aber jederzeit die Chance, wieder selbst zu bestimmen. Im Zweifelsfall einfach fragen. Ein einfaches "Willst du mal ein bisschen oben sein?" wirkt schon Wunder.

Nehmt euch Zeit

Man sagt nicht umsonst, dass in der Ruhe die Kraft liegt. Zwar kann Lust uns im Rausch des Moments in unbedachte, wilde Tiere verwandeln (was auch seinen Reiz haben kann, solange alles einvernehmlich stattfindet). Trotzdem ist es schöner, die angenehmen Momente so richtig auszukosten wie ein leckeres Abendessen. Und glaubt uns, keine Jungfrau will später mal sagen müssen, dass der erste Sex nur zweieinhalb Minuten gedauert hat.

Lachen ist erlaubt

Habt keine Angst davor, auch mal zu lachen. Wenn etwas Peinliches oder Unangenehmes passiert, dann ist gemeinsames Losprusten oft die eleganteste Lösung. Sex ist an sich ja auch echt lustig und absurd. Und wunderschön. Zusammen zu lachen, lockert die Stimmung. Und der unerfahrenen Person wird so klar, dass der Sex nicht automatisch vorbei sein muss, wenn man aus Versehen in den Schoß des oder der anderen niest, wenn die sich aneinander reibenden Körper ein Furzgeräusch machen, wenn man vom Bett fällt oder wenn sich ein Schamhaar in den Zähnen verfängt.

Habt keine hohen Erwartungen

Macht euren Partnern klar, dass der erste Sex nur sehr selten auch der beste Sex ist. Wunderschöner, lebensverändernder Sex kommt erst durch viel Übung – und dadurch, dass sich die involvierten Personen sowohl selbst als auch gegenseitig sehr gut kennen. Offenheit für Neues ist da übrigens auch nie verkehrt.

Der Tipp mit den hohen Erwartungen gilt aber auch für euch, den erfahrenen Part. Wenn ihr davon ausgeht, dass ihr jetzt die Welt eines anderen Menschen vollkommen auf den Kopf stellt, dann seid auch ihr am Ende vielleicht enttäuscht. Geht mit euch selbst genauso fürsorglich und sanft um wie mit der unerfahrenen Person vor euch, der ihr ein unvergessliches erstes Mal bereiten wollt.

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