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Das erste Mal Sex mit einer Frau

"Ich fing an, so einen Kick zu spüren, wenn sie in meiner Nähe war. Dieses Gefühl ging durch meinen ganzen Körper."

VonImogen Diveaufgeschrieben vonSirin Kale

Illustration von Niallycat

Ich habe das Gefühl, ich hatte zwei erste Male mit einer Frau. Es waren ja zwei verschiedene sexuelle Handlungen. In meiner Teenagerzeit küsste ich Freundinnen auf Partys – um Typen heiß zu machen, oder zum Üben – und dabei spürte ich definitiv was. Ich glaube, es gab mir mehr als den meisten Mädchen, die das machen.

Sex hatte ich erst während des Studiums. Aber dann war es um mich geschehen: Ich wollte die ganze Zeit Sex haben, mit vielen verschiedenen Leuten. Ich hatte schon ein paarmal einen Freund gehabt, aber immer abgeblockt, wenn er Sex haben wollte. Teils lag das wohl an der Essstörung, die ich während der Schulzeit hatte, aber andererseits hatte ich einfach Angst. Als ich es dann ausprobierte, dachte ich: "Wow, ich habe ja ganz schön was verpasst." Ich sah Männer als ein Mittel, um an intensive körperliche Erfahrungen zu kommen, aber auf eine schmalzig-romantische Beziehung war ich nicht aus.

Meine erste lesbische Erfahrung entstand aus einer intensiven Freundschaft heraus. Ich war nach Frankreich gezogen und landete dort im Krankenhaus. Ich kam gerade über schwere Depressionen hinweg, und dann lernte ich eine Frau kennen, deren Krankenzimmer in der Nähe von meinem war. Wir lagen dauernd zusammen draußen im Gras und lernten uns richtig gut kennen.

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Ich fing an, so einen Kick zu spüren, wenn sie in meiner Nähe war, und ich wusste nicht, wie ich das Gefühl beschreiben sollte. Ich sah ihre Lippen an und dachte: "Ich spüre etwas." Dieses Gefühl ging durch meinen ganzen Körper. Ich wollte immer in ihrer Nähe sein. So was für eine Frau zu empfinden, war für mich völlig neu, aber ich wusste, es ist was Besonderes.

Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, gingen wir zusammen aus – inzwischen sehe ich es als Dating. Wir saßen in Restaurants und starrten einander einfach ewig in die Augen. Ich habe mich in ihrer Gegenwart dermaßen wohl gefühlt.

Eines Tages saßen wir bei ihr, rauchten Hasch und spielten einander unsere Lieblingssongs vor. Dabei schauten wir uns auch wieder total verliebt an. Ich weiß nicht, ob das von der Entspannung durch das Hasch kam, aber auf einmal küssten wir uns. In diesem traumartigen, bekifften Zustand überkam mich auf einmal so viel Lust und ich wollte Sex haben. Ich wusste nichts über lesbischen Sex, also wusste ich auch nicht, was jetzt als Nächstes passieren sollte. Es fühlte sich einfach wunderschön an, sie zu küssen und alles Stück für Stück eskalieren zu lassen.

"Ich war gespannt darauf, was noch alles mit einer Frau passieren könnte."

Wir wussten nicht, wie Oralsex bei Frauen geht, aber wir streichelten einander viel, knutschten rum und rollten einfach total angeturnt zusammen übers Bett. Im Vergleich zu Penetrationssex mit einem Mann fühlte es sich sinnlicher und gefühlvoller an, und als ob es eine stärkere Verbindung gab. Irgendwie natürlicher.

Danach zog ich wieder in meine Heimat Großbritannien und musste sie und unsere Beziehung hinter mir lassen. Wie ein verschwommener, wunderschöner Traum. Ich erzählte niemandem davon, sondern schloss die Erinnerung weg und fing wieder was mit Typen an.

Später lernte ich eine bisexuelle Frau kennen. Sie war supercool und sprach sehr offen darüber. Das hat mir die Augen geöffnet: Bisexualität kann ja tatsächlich etwas Tolles sein! Die Bekanntschaft mit ihr hat meinen Erfahrungen aus Frankreich auch neue Bedeutung verliehen. Ich hatte mich nicht dafür geschämt, aber Bedenken hatte ich schon. Durch diese Frau konnte ich in Erwägung ziehen, dass ich vielleicht bisexuell bin.

Nach meiner Trennung von einem schrecklichen Freund entschloss ich mich aktiv und bewusst dazu, wieder Frauen zu daten. Ich dachte: "Hey, ich hatte doch eine unfassbar gute Verbindung zu einer Frau, und sie hat mich auch unbeschreiblich heiß gemacht." Ich war gespannt darauf, was noch alles mit einer Frau passieren könnte.


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Meine Orgasmen mit Männern waren auch nie vergleichbar mit dem, was ich mit der Frau in Frankreich erlebt hatte. Ich hatte immer ein besseres Selbstwertgefühl, wenn ich einen Freund hatte, aber die sexuellen Erlebnisse konnten da nicht mithalten. Selbst wenn ich total auf den Typen stand und der Sex toll war. Irgendwas fehlte einfach.

Dann lernte ich eine Frau kennen, bei der ich sofort den Drang hatte, sie zu küssen. Sie war einfach unglaublich. Die ganzen Gefühle kamen wieder hoch, dieses Kribbeln im ganzen Körper. Ich wollte unbedingt erfahren, wie die anderen sexuellen Erfahrungen mit einer Frau sind. Wieder hatten wir eine sehr tiefgreifende Verbindung. Das sehe ich als mein zweites erstes Mal.

Ich war nervös, weil ich wollte, dass es ihr auch Spaß macht, und ich hatte ja keine Ahnung, was ich tat. Aber wir hatten uns vorher viel über Sex unterhalten und auch Sexts geschickt und solche Dinge. Dann fragte sie: "Wenn du dich selbst berührst, wie machst du es dann?" Und dann passierte es. Wieder fühlte es sich ganz natürlich an.

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Es ist wirklich verdammt gut, wenn eine Frau dich leckt. Sie weiß, was sie tut, weil sie dieselbe Anatomie hat wie du. Man kann auch länger Sex haben als mit Männern, und alles geht fließend ineinander über – jetzt leckst du mich, dann streichle ich dich, und so weiter. Es geht nur darum, der anderen Person Freude zu bereiten. Ich glaube, das gibt es so nur bei Sex unter Frauen.

Inzwischen habe ich das Gefühl, dass ich mehr Respekt vor mir selbst und meinem Körper habe. Wenn ich mit Männern schlafe, suche ich heute mehr Intimität und eine echte Verbindung zu ihnen, statt einfach nur Sex. Ich finde es toll, sowohl Hetero-Sex als auch lesbischen Sex zu kennen, denn beides hat viele verschiedene Elemente, aus denen man für das andere etwas Nützliches mitnehmen kann.

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