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Illustration by Liz Kantrowitz

Menschen erzählen, wie Marihuana ihr Liebesleben beeinflusst hat

Gabby Bess

Gabby Bess

Wir wollten herausfinden, ob Kiffen als gemeinsame Aktivität durchgeht oder ob es Beziehungen doch nur unnötig kompliziert macht.

Illustration by Liz Kantrowitz

Gemeinsam mit seinem Partner Gras zu rauchen, kann auch zu einem gemeinsamen Interesse werden. Einen zu rauchen und anschließend gemeinsam im Bett zu liegen und Filme zu schauen, ist durchaus eine Möglichkeit, wie man seine Freitagabende miteinander verbringen kann. Außerdem fühlt man sich dem anderen nach einem grundlosen Lachanfall oft genauso nahe wie nach dem Sex.

Wenn Kiffen allerdings keine gemeinsame Aktivität ist, kann es ziemlich anstrengend werden und vieles verkomplizieren. Wer nüchtern bleibt, hat in der Regel das Gefühl, dass sich der Partner mehr für seine Bong als für die Beziehung interessiert, während diejenigen, die gerne Gras rauchen, andauernd das Gefühl haben, von ihren abstinenten Partnern verurteilt zu werden. Die Entscheidung, dem Partner zuliebe auf Gras zu verzichten, fällt dennoch niemandem leicht.

Mehr lesen: Ich habe aufgehört zu kiffen und es war ein absoluter Albtraum

Natürlich kann Gras ganz unterschiedliche Auswirkungen auf eine Beziehung haben – schließlich kommt es auch immer darauf an, was man raucht und mit wem. Um herauszufinden, welche Rolle die Pflanze in Beziehungen oder auch bei Trennungen spielt, haben wir einfach direkt ein paar Kiffer nach ihren Erfahrungen gefragt.

Das Leben ist ein schlechter Drake-Song

Wir waren drei Jahre lang zusammen, haben aber vor Kurzem Schluss gemacht. Ich schätze, dass Gras einer der Gründe war, warum wir uns getrennt haben. Ich kiffe täglich – mindestens zehn Mal am Tag. Gras zu rauchen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Allerdings hat mich meine Freundin immer leicht irritiert und genervt angesehen, wenn ich bekifft war. Mein andauernder Graskonsum führte immer wieder zu Streit und Fragen wie: "Bist du schon wieder high? ... Machst du dir deswegen keine Sorgen?" Unsere Beziehung war wie ein schlechter Drake-Song. Meine Freundin fühlte sich immer schlecht, weil ich vor dem Sex Gras rauchen wollte und sie deswegen den Eindruck hatte, dass ich nicht nüchtern bleiben konnte.

Ich schätze, ich werde mir eine Freundin suchen müssen, die auch kifft. Wir werden vermutlich nur glücklich, wenn wir auf gleicher Höhe sind. Ich hatte in der Vergangenheit bereits kurze Affären, in denen wir zusammen gekifft haben und es war ziemlich gut. Allerdings hat das dazu geführt, dass wir unser Geld nur noch für Gras und Bongs ausgegeben haben, wir immer zu spät kamen und bekifft waren. Trotzdem war es schön. Vielleicht kann ich nur mit jemandem zusammen sein, der genauso ist wie ich und der es in Ordnung findet, so verkorkst zu sein. Ich glaube, dass ich nie mehr mit jemanden zusammen sein könnte, der nicht mit mir zusammen kifft.

– Precious, 23

Weniger trinken und öfter mal zu Hause bleiben

Als meine Freundin und ich uns kennengelernt haben, haben wir wesentlich weniger Gras geraucht. Als sie vergangenes Jahr von Europa nach New York gezogen ist, waren wir ziemlich aktiv und haben viel unternommen, während sie langsam hier angekommen ist. Mittlerweile rauchen wir beide mehr denn je. Über den Winter haben wir uns angewöhnt, einen nach dem anderen zu rauchen – von dem Moment an, wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen, bis zu dem Moment, wenn wir vollkommen erledigt einschlafen. Meine Freundin raucht auch deutlich mehr als sonst, weil sie kaum mehr trinkt, seit wir uns kennen. Sie leidet immer unter einem schlimmen Kater, selbst wenn sie am Vorabend nur ein Glas Wein getrunken hat. Außerdem bekommt sie von Alkohol immer Ausschlag. Wir vermuten, dass sie auf Alkohol allergisch ist.

Ich schätze, ich werde mir eine Freundin suchen müssen, die auch kifft.

Natürlich ist nichts schwarz oder weiß, aber ich habe lieber eine Partnerin, die auch kifft. In meinen bisherigen Beziehungen habe ich immer allein gekifft und meine Ex-Freundinnen konnten einfach nicht verstehen, warum ich so lange wach blieb, um mir irgendeinen Blödsinn anzusehen und über nichts anderes als Nachos mit Käse sprechen konnte.

Mit jemandem zusammen zu sein, der ebenfalls kifft, hat den Vorteil, dass ich nur selten allein rauche. Meine Freundin und ich können uns abwechseln, wenn es darum geht, wer den nächsten Joint baut und Gras kaufen geht. Außerdem habe ich dadurch das Gefühl, dass mich meine Freundin genauso liebt, wie ich bin. Ich kann vor ihr seltsam bekifft und einfach ich selbst sein und sie liebt mich trotzdem. Gras zu rauchen, ist zu einem Ritual geworden, mit dem wir dem anderen zeigen, dass wir mit ihm fühlen. Meine Freundin wartet zum Beispiel seit Längerem darauf, dass ihr Visum endlich genehmigt wird und hat deswegen ziemlich Angst. Wenn ich ihr einen Joint baue, zeige ich ihr damit, dass ich ihren Stress verstehen kann.

Manchmal kiffen wir auch, wenn wir Sex haben. Einmal hat sie einen Joint geraucht, während ich sie geleckt habe. Sie sagte damals nur: "So sollte jedes Paar zusammen kiffen." Ich erinnere mich noch, wie ich Rauch auf ihre Klitoris geblasen habe, als sie kam. Das war ziemlich heiß!

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Ein großes Minus ist natürlich, dass wir uns gegenseitig erlauben, die ganze Zeit über bekifft zu sein. Wenn einer von uns eine Zigarette oder einen Joint raucht, dann raucht der andere unweigerlich mit – ob er nun möchte oder nicht. Das hat zur Folge, dass wir regelmäßig zu viel kiffen, was dazu führt, dass wir viel zu lange wach bleiben, mitten in der Nacht noch essen und den halben Tag im Bett verbringen, wenn wir nichts zu tun haben. Wir haben uns vor Kurzem schon darüber unterhalten, in Zukunft etwas kürzer zu treten: Bei der Arbeit warten neue Projekte auf uns, der Winter ist vorbei und wir sind es leid, uns am Morgen immer so zerstört zu fühlen. Allerdings ist es meistens so, dass sich nur einer von uns "motiviert" genug fühlt, um abstinent zu bleiben und wenn einer von uns kifft, dann macht der andere auch wieder mit. Wir befinden uns in einer ewigen Rückfalldauerschleife. Weniger zu rauchen, wird vermutlich eine echte Herausforderung für uns.

Ich glaube, meiner Freundin würde es leichter fallen, sich einen eigenen Freundeskreis und ein eigenes Leben in New York aufzubauen, wenn sie weniger rauchen würde. Sie kommt nicht aus den USA und nicht aus New York, deswegen mache ich mir manchmal Sorgen, dass sie vielleicht nicht oft genug rausgeht, um Freundschaften oder Bekanntschaften zu knüpfen – unabhängig von den Menschen, die ich in den vergangenen acht Jahren kennengelernt habe. Sobald sie ihr Visum hat, fände ich es gut, wenn sie mehr aus sich herausgehen und ihr eigenes Ding machen würde. Wenn sie das schafft und trotzdem weiter kiffen kann, umso besser.

– Doug, 24

Foto: Circuito Fora do Eixo | Flickr | CC BY-SA 2.0

Ein Grund, um Nein zu sagen

Mein Freund hat früher gekifft und sagt, er wäre süchtig gewesen. Es fiel ihm wirklich schwer aufzuhören. Er hat mehrere Anläufe gebraucht, bis er es endlich geschafft hat. Als wir uns kennengelernt haben, war er noch nicht einmal ein Jahr abstinent. Ihm war es extrem wichtig, nicht wieder zu kiffen. Ich hingegen habe gerne mal einen geraucht: Ich hatte regelmäßig Gras zu Hause, kiffte gerne abends vor dem Fernseher oder wenn ich mit Freunden unterwegs war.

Nicht vor ihm zu rauchen, war zunächst ziemlich schwierig. Ich hatte zuvor immer nur Beziehungen, in denen es ganz normal war, dass wir zusammen Gras geraucht haben. Mit ihm hat sich das alles verändert. Am schwierigsten fand ich es am Anfang allerdings, wenn er bei mir war und meine Mitbewohner kifften. Sie boten mir normalerweise immer einen Zug an, aber wenn er da war, musste ich immer ablehnen. Auch wenn wir feiern waren und mir jemand einen Joint anbot, war meine erste Reaktion fast immer zu sagen: "Klar, danke." Doch mit ihm war ich viel gehemmter. Ich wollte nicht, dass er sich ausgeschlossen fühlte oder dass er es noch schwerer hatte mit seiner Abstinenz. Also hörte ich in vielen Situationen, in denen ich sonst immer geraucht hätte, auch auf zu kiffen. Wenn ich mich doch mal dafür entschied Gras zu rauchen, dann ließ er mich in der Regel spüren, dass ich mich nicht besonders cool ihm gegenüber verhielt. Ich glaube, er wollte in die Situation kommen, dass alle um ihn herum kifften, nur er nicht. Ich konnte ihn verstehen, aber ich hasste, dass ich ständig Schuldgefühle hatte und mir immer überlegen musste, ob ich nun rauchen sollte oder nicht.

Ich wollte nicht, dass er sich ausgeschlossen fühlte oder dass er es noch schwerer hatte mit seiner Abstinenz.

Am Anfang fiel mir das alles ziemlich schwer, aber ich wollte auch nicht, dass er wegen mir rückfällig wird. Es stand ziemlich viel auf dem Spiel und wäre einfach nur beschissen gewesen. Außerdem würde ich niemals kiffen, wenn ich mit ihm allein bin. Ich bin in seiner Gegenwart sowieso nicht gerne bekifft. Mit Freunden kiffe ich noch immer ziemlich gerne, benehme mich dann aber meistens wie ein ziemlicher Idiot. Ich fühle mich allgemein wohler, wenn ich nüchtern bin.

Mein Partner und ich sind mittlerweile seit drei Jahren zusammen. Mein einziges Versäumnis ist, dass ich nicht so viel kiffe und dafür bin ich ziemlich dankbar. Bevor ich meinen Freund kennengelernt habe, hatte ich keinen Grund, um nicht zu kiffen. Wenn ich etwas da hatte, dann habe ich auch geraucht. Mittlerweile überlege ich mir, ob ich wirklich Lust habe zu kiffen oder eben nicht. Manchmal setze ich mich in den Garten und rauche einen Joint, wenn ich mir mal einen Tag für mich gönne oder mich mit Freunden treffe und mein Partner nicht dabei ist.

Ich glaube allerdings, dass mein Partner mittlerweile auch keine Angst mehr davor hat, rückfällig zu werden. Er hat auch kein Verlangen mehr danach zu kiffen und auch wenn jemand neben ihm steht und raucht, kommt er damit klar. Er glaubt selbst, dass er eines Tages vielleicht wieder kiffen könnte, ohne in seine alten Muster zurückzufallen. Momentan ist er noch nicht soweit, aber er glaubt zumindest, dass es möglich wäre. Wenn wir in drei Jahren noch immer zusammen sind, könnten wir vielleicht mal zusammen einen Joint rauchen. Ich bin mir aber eigentlich gar nicht sicher, ob ich das überhaupt möchte.

– Celeste, 25

Es ist genauso wie essen

Ich glaube, ich hatte noch nie einen Partner, mit dem ich nicht gekifft habe. Allerdings war Gras nicht immer unbedingt ein positiver Bestandteil der Beziehung. In meinen bisherigen Beziehungen war es in der Regel so, dass ich zu meinem Partner nach Hause kam und er schon bekifft war und sich irgendwelche dämlichen Videos im Netz angesehen hat. Das konnte schon ziemlich nervig sein. Ich war eigentlich immer nur mit Leuten zusammen, die viel zu viel Gras geraucht haben.

Mein aktueller Freund und ich sind ziemlich froh darüber, dass wir ähnliche Gewohnheiten haben, was das Kiffen angeht. Ich finde es schön, dass wir zusammen kiffen können und nicht allzu viel darüber nachdenken müssen, obwohl wird nahezu täglich kiffen. Es gehört einfach zu unserem Alltag – genau wie essen oder trinken. Das ist eigentlich nichts besonderes mehr.

Bekiffter Sex ist der Hammer!

In der Regel werden wir ziemlich produktiv, wenn wir zusammen kiffen. Wir hatten schon echt tolle Momente zusammen, haben Songs für unsere gemeinsame Band geschrieben und am Ende zusammen Columbo angesehen, bis wir schließlich eingeschlafen sind. Wenn ich alleine kiffe, bin ich nicht besonders kreativ. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich mit einem Joint und einer Gitarre hinsetzen und Songs schreiben oder so was. Wenn wir hingegen zusammen kiffen, dann ist es so als würden wir eine andere soziale Ebene betreten, die uns viel kreativer macht. Außerdem bringt uns einander auch zweifellos näher. Wir sind beide sehr involviert in das berufliche Leben des anderen: Ich mache gerade meinen Abschluss in Kulturwissenschaften und mein Partner schreibt seine Doktorarbeit in englischer Literatur. Nebenbei unterrichten wir beide. Es gibt ziemlich viele Überschneidungen zwischen unseren beiden Fächern, was ziemlich oft dazu führt, dass wir sehr viele ernste Unterhaltungen führen. Umso schöner ist es manchmal, zusammen Gras zu rauchen und über irgendwelche dummen Witze zu lachen oder Quatsch zu reden.

Ob wir Sex haben, wenn wir bekifft sind, hängt ganz davon ab, was wir geraucht haben. Manchmal sind wir total konzentriert auf unsere Songs oder ähnliches und manchmal macht es uns einfach nur müde. Es gibt aber auch Momente, in denen es einfach Klick macht und wir unbedingt sofort Sex haben müssen. Bekiffter Sex ist der Hammer! Das ist genauso, wie wenn wir bekifft Songs schreiben oder sonst irgendwie kreativ sind. Wir sind einfach komplett gelöst, was eine großartige Erfahrung für uns beide ist. Außerdem gibt es nichts besseres, als nach dem Sex im Bett zu liegen, zu kuscheln und noch einen zu rauchen.

– Madison, 22

Ich wollte ihre Hand nicht halten

Ich habe erst vor Kurzem begriffen, dass mein Graskonsum Schuld daran war, dass meine Ex-Freundin und ich uns kaum mehr unterhalten haben. Wir haben gerade erst Schluss gemacht. Ich habe vor knapp fünf Monaten angefangen, ziemlich viel zu kiffen. Damals habe ich eine Arbeitsstelle angenommen, mit der ich komplett unglücklich bin. Ich bringe Kindern an einer öffentlichen Schule das Schachspielen bei und dachte, dass ich Gras rauchen könnte, um runterzukommen und besser mit der Situation klar zu kommen. Ich habe mir angewöhnt, kurz nach dem Aufstehen einen zu rauchen und dann zur Arbeit zu gehen. Doch ich glaube, dass das nur dazu geführt hat, dass ich meinen Mitmenschen noch mehr aus dem Weg gegangen bin und noch häufiger allein sein wollte. Auch meiner Freundin gegenüber war ich sehr viel abweisender als sonst. Sie hatte vor Kurzem zum Beispiel einen Auftritt als Model, aber ich bin noch nicht einmal hingegangen, weil ich gekifft habe. Wenn ich nicht angefangen hätte zu kiffen, wären wir wahrscheinlich noch immer zusammen.

Wenn ich tagsüber gekifft habe, habe ich einfach versucht, ihr aus dem Weg zu gehen. Sie lebt im Haus gegenüber, aber ich wollte noch nicht einmal, dass sie kurz vorbeikommt. Wenn ich bekifft war, habe ich komplett dicht gemacht und konnte ihr auch nicht mehr zeigen, wie sehr ich sie mochte. Natürlich kann ich nicht nur dem Gras die Schuld geben – ich habe auch noch andere Probleme. Es hat mir aber auch nicht geholfen. Ich wollte nur noch kiffen und stundenlang allein Schach spielen. Ich mache auch Musik und male und es ist schön, sich darauf zu konzentrieren, wenn ich high bin, aber ich bereue, dass ich es nicht mit ihr teilen kann.

Wenn ich nicht angefangen hätte zu kiffen, wären wir wahrscheinlich noch immer zusammen.

Am Ende unserer Beziehung sagte sie zu mir: "So kannst du endlich tun, was du möchtest. Du wolltest doch immer nur allein sein." Das ist wirklich traurig. Ich will keiner von diesen alten Männern sein, die den ganzen Tag allein im Park sitzen und Schach spielen. Ich möchte mich anderen mitteilen und auf die Gefühle anderer eingehen können. Wenn ich nüchtern bin, habe ich gesündere soziale Gewohnheiten. Ich spiele nur eine Stunde lang Schach und nicht fünf und verabrede mich mit anderen. Was ich damit sagen möchte: Ich würde lieber nur eine Stunde am Tag Schach spielen, anstatt ein einsamer alter Mann zu werden.

Ich habe letzte Woche aufgehört zu kiffen und fühle mich schon viel besser. Unsere Beziehung kann das aber auch nicht mehr retten.

– Julian, 34

Weniger Panikattacken und eine gesündere Beziehung

Ich kiffe ziemlich viel, weil es mir hilft mit meiner Angststörung und meiner PTBS umzugehen. Meine Freundin April kifft auf jeden Fall mehr, seit sie mit mir zusammen ist. Doch sie ist froh, dass ich kiffe, weil es uns beiden ziemlich schwerfällt, mit meiner Angststörung und den Panikattacken umzugehen. Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten: Wenn ich mehr Cannabis rauche, um meine Angststörung zu kontrollieren, sodass es mir besser geht, geht es auch unserer Beziehung besser. Ich wäre aber auch niemals sauer, wenn April mehr Gras rauchen würde, damit es ihrer psychischen Gesundheit besser gehen würde.

Ich finde es schön, eine Freundin zu haben, mit der ich kiffen kann. Cannabis spielt eine wichtige Rolle für meine psychische Gesundheit und es wäre komisch, wenn meine Partnerin diese Erfahrung nicht mit mir teilen könnte. Ich fand es immer ein wenig traurig, wenn ich einen Partner hatte, der nicht gekifft hat. Ich liebe es, mit meiner Freundin zu kiffen. Es bringt uns einander näher und gibt uns die Gelegenheit, ein bisschen Qualitätszeit miteinander zu verbringen: bekifft spazieren gehen, bekifft essen, bekifft Sex haben.

Mehr lesen: Wirkt sich Cannabis wirklich positiv auf unser Liebesleben aus?

Wenn wir high sind, fühlen wir uns einfach wohler in unserer Haut. April und ich arbeiten beide als Sexarbeiter – nebenbei arbeite ich freiberuflich als Hundesitter und Schriftstellerin; April hat zusätzlich noch eine ganz normale 40-Stunden-Woche. Unsere gemeinsame Zeit ist uns heilig. Zu kiffen und zu essen, lässt uns schneller runterkommen als lang und breit über unseren Alltag zu reden.

Gras hat bei uns noch nie zu Streit geführt. Allerdings hat sich April mal beschwert, dass sie mich immer mit Gras versorgt und ich nicht oft genug Danke sage. Sie braucht diese verbale Form der Bestätigung, was mir nicht immer ganz leicht fällt. Ich zeige meine Wertschätzung lieber durch Taten. Ich habe mir aber auch angewöhnt, mich öfter zu bedanken, weil ich möchte, dass meine Freundin glücklich ist.

– Milcah, 27